|
Jungtiere suchen die Nähe des Gruppenleiters, der fast immer auch
ihr Vater ist. Sie halten sich sehr häufig bei ihm auf, lehnen sich
an ihn und beziehen ihn in ihre Spiele mit ein. Für sie kann eine
enge Beziehung zum Vater lebensnotwendig sein. Er schützt die Kleinen
und seine Fürsorge erhöht die Überlebenschancen der Kinder,
wenn ihre Mutter stirbt oder die Gruppe verlässt. Dann ist der leitende
Silberrückenmann der einzige, der sich intensiv um sie kümmert.
Er lässt die Jungtiere sogar in seinem Nest schlafen.
Eine weitere Gelegenheit, bei der ein Vater seinen Kindern helfen kann,
ist die Entfernung von Drahtschlingen, in die sie geraten sind, und die
er mit seinen Eckzähnen löst. Dian Fossey berichtete von einem
solchen Fall, bei dem alle Anzeichen auf ein Entfernen der Schlinge durch
den Gruppenleiter hindeuteten.
Auf der anderen Seite wird immer wieder beobachtet, dass Gorillamänner
Babys töten - vor allem bei den Berggorillas. Das passiert vor allem,
wenn eine Frau mit ihrem Baby zu einem anderen Mann wechselt oder wenn
ein neuer Mann die Gruppenleitung übernimmt. Dieses Verhalten wird
Infantizid genannt und dient vermutlich dazu, dass die Mutter schneller
wieder empfängnisfähig wird und der neue Mann ein eigenes Kind
mit ihr zeugen kann.
 |
Ein Gorillakind
turnt auf dem Rücken seines Vaters |
| Foto: Jörg
Hess |
|