Schon wieder Berggorillas im Virunga-Nationalpark getötet


26. Juli 2007: Am 21. Juli 2007 um 20.00 Uhr hörten Wildhüter im südlichen Mikeno-Teil des Virunga-Nationalparks Schüsse. Als sie am Montag an den Ort der Schießerei kamen, machten sie einen traurigen Fund: Die Rugendo-Familie - sie ist benannt nach ihrem früheren Führer, dem Silberrückenmann Rugendo, der 2001 den Kämpfen zwischen der kongolesischen Armee und den Rebellen zum Opfer fiel - war angegriffen und drei weibliche Tiere waren durch Schüsse getötet worden. Die toten Gorillas lagen dicht beieinander. Eine der getöteten Frauen, Unesi, hatte ein zwei Jahre altes Junges, das noch vermisst wird. Mburanumwe war noch sehr jung. Safari kam durch einen Schuss in den Brustkorb ums Leben. Sie hatte erst im Februar ihr Kind Ndeze zur Welt gebracht. Die entsetzten Wildhüter versuchten, sich Gewissheit über das Schicksal der weiteren Gruppenmitglieder zu verschaffen, die offenbar in Panik davongelaufen waren. Ndeze wurde auf der Flucht mit ihrem älteren Bruder gesehen. Sie ist aber noch auf Muttermilch angewiesen, die ihr der Bruder nicht bieten kann. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden noch immer drei Gorillas vermisst. Am 24. Juli fanden die Wildhüter dann den Silberrücken der Gruppe, Senkekwe. Er war ebenfalls erschossen worden.
Die vier toten Gorillas wurden auf Tragen nach Bukima gebracht, begleitet von rund 70 Menschen aus den umliegenden Dörfern. Ein erschütternder, ein schwerer Rückschlag für die Parkranger des Virunga-Nationalparks, die sich unermüdlich und unter Lebensgefahr für das Überleben der sanften Riesen einsetzen.
Die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe (B&RD) ist ständig mit den Personen in Kontakt, die vor Ort arbeiten. Der Verein wird in den nächsten Monaten die Patrouillen der Wildhüter in der Mikeno-Region unterstützen. Sehr wichtig wird es auch sein, mit der Bevölkerung im Parkumfeld ins Gespräch zu kommen - nur mit ihrer Unterstützung lassen sich in Zukunft solche Vorfälle verhindern. Die Menschen im Osten Kongos sind aber von den jahrelangen Kämpfen und Plünderungen zermürbt und enttäuscht, dass ihnen nicht geholfen wird. Hier muss dringend etwas geschehen.

Update: Am 26. Juli gelang es den Wildhütern, die kleine Ndeze ihrem Bruder abzunehmen und sie zur Handaufzucht nach Goma zu bringen. So hat sie wenigstens eine Überlebenschance.

Am 16. August fanden Wildhüter die Überreste von Macibiri, die ebenfalls bei dem Massaker getötet wurde; ihr eineinhalbjähriges Kind Ntaribi ist verschwunden, aber da es als Säugling noch auf Muttermilch angewiesen ist, nimmt man an, dass es ebenfalls nicht mehr lebt.

Von den 12 Mitgliedern der Rugendo-Familie sind offenbar nur noch 5 in einer Gruppe zusammen.

Details im Gorillaprotection-Blog

Neuigkeiten aus dem Wildhüter-Blog - auf Deutsch

Geschichte der Rugendo-Gruppe
 

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