Handys sammeln hilft den Gorillas!
Kleine, praktische Handys mit vielen Funktionen brauchen leistungsstarke
elektronische Bauelemente. Diese enthalten das Element Tantal, einen Stoff,
der aus dem Erz Coltan gewonnen wird. Coltan wird unter anderem im Ost-Kongo
geschürft, mitten im Lebensraum der Grauergorillas. So hängt
die zunehmende Nachfrage nach Handys hier in Europa direkt mit der Bedrohung
dieser Gorillas zusammen.
Die meisten Menschen haben keine Ahnung, dass es den Gorillas schadet,
wenn man immer wieder neue Handy-Modelle anschafft. Die Anbieter stimuliert
ihre Kunden auch dazu: Schließt man einen Vertrag ab, erhält
man gratis ein neues Handy dazu. So kommt es, dass etwa in den Niederlanden
bereits zweimal so viele Mobiltelefone im Umlauf sind, wie es dort Einwohner
gibt. Viele davon werden allerdings gar nicht wirklich benutzt, sondern
führen ein Schattendarsein in der Küchenschublade oder dem Nachtkästchen...
Schade, denn Handys können recycelt werden!
Der niederländische Affenpark Apenheul ist stolz auf seine große,
sozial gut funktionierende Gorillagruppe. Wir sehen unsere Tiere als Botschafter
ihrer Artgenossen in der Natur, und das Informieren der Besucher über
die Tiere und über Naturschutz gehören zu den Hautpaufgaben
des Parks. Viermal täglich erzählen die Gorilla-Pfleger während
der Fütterungen von den Gorillas in Apenheul und ihrer Pflege, aber
natürlich auch von den Problemen, mit denen wilde Gorillas zu kämpfen
haben. Oft ist es für Zoos nicht einfach, den Besuchern Hinweise
zu geben, wie sie sich bei Problemen, die weit weg liegen, engagieren
können. Natürlich kann man um Geldspenden bitten - aber sehr
wichtig ist es auch, einen direkten Bezug zwischen unserem Konsumverhalten
und Naturschutzaspekten herzustellen.
In der Saison 2006 berichten wir bei den Gorilla-Fütterungen über
die Coltan-Problematik. Mit einem kleinen Film werden die desaströsen
Folgen des Abbaus im Kongo oft noch zusätzlich unterstrichen. Und
wir sammeln alte, nicht mehr gebrauchte Mobiltelefone. Apenheul hat Kontakt
zu mehreren Wiederverwertungsfirmen aufgenommen. Leider kennen wir keine
Betriebe, die das Coltan selbst aufarbeiten können; stattdessen werden
die Handys auf Gebrauchsfähigkeit getestet, gegebenenfalls repariert
und second-hand weiterverkauft. Der größte Wachstumsmarkt für
Handys liegt seit Jahren in Osteuropa und Afrika, wo das Festnetz oft
sehr unzureichend ist. Dort kann ein ausgedientes Handy ein zweites Leben
beginnen. Dadurch müssen weniger neue Handys produziert werden, und
die Coltan-Nachfrage wird - zumindest ein kleines bisschen - eingedämmt.
Ein guter Nebeneffekt ist, dass die Wiederverwertungsbetriebe uns ca.
3,50 Euro pro Handy zukommen lassen. Dieses Geld geht an Apenheuls Naturschutzfonds
APCT (Apenheul Primate Conservation Trust), der Naturschutzprojekte
für Affen in den Tropen unterstützt.
Constanze Melicharek
Apenheul
P.O. Box 97
7313 HK Apeldoorn
Niederlande
Wenn Sie auch alte, ungebrauchte Handys haben, spenden Sie sie doch
für diese Aktion! Innerhalb von Deutschland können Sie Porto
sparen, indem Sie die Geräte an Iris Weiche schicken, die dann alle
eingegangenen Handys in Apenheul abgeben wird. Ihre Adresse:
Iris Weiche
Am Weilersbach 26
72070 Tübingen
I.Weiche@t-online.de
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