Update nach dem Massaker an den Gorillas im Mikeno-Gebiet bis zum 30. Juni 2008Auszüge (zusammengefasst) aus dem Ranger-Tagebuch Ereignisse nach dem 16. August 2007: Trotz der chaotischen Kriegszustände
waren die Ranger nicht untätig und haben wann immer es möglich
war die Gorillas gesucht. Dann geriet das Gebiet in die Hand der Rebellen. Sie lieferten sich Gefechte
mit anderen Einheiten und den Militärs. Am 31. August griffen die
Rebellen einen Posten an, erschossen einen Ranger und verletzten den anderen
schwer. Wegen der nicht endenden Kämpfe war es zeitweise unmöglich,
in die Gorillagebiete zurückzukehren, die stärksten Gefechte
bis dahin gab es am 7. September, mit Bomben zwischen Bukima und Bikenge.
Die am 11.September nach Bukima und Bikenge ausgesandten Ranger kehrten
unverrichteter Dinge zurück, weil die Armee sie am Betreten des Gorilla-Sektors
gehindert hatte. Am 14.9. endlich gab es von den Rangern die Bestätigung, dass die
5 Mitglieder der Rugendo-Familie tatsächlich bei Bikenge außerhalb
des Parks leben. Ebenso konnten die 12 Mitglieder der Mapuwa-Gruppe in
der Nähe des Postens von Jomba augenscheinlich gesund identifiziert
werden. Von 73 habituierten Gorillas sind 17 gefunden und am 16.9. tauchte zusätzlich
ein Silberrücken auf, der seit Januar vermisst war. Es sind keine
weiteren Familien im Mikeno-Sektor, und man macht sich Sorgen um die Rugendo-Familie,
die keinen Silberrücken hat, aber auch um die Munyaga-Familie, die
3 Silberrücken hat, die sich ständig streiten, und um die Familien
von Humba und Kabirizi, von denen man nichts weiß, weil die Armee
die Ranger immer noch nicht das Gebiet betreten lässt. Am 18. war ein Team von Al Jazeera TV da und führte Interviews über die derzeitige Ohnmacht der Ranger. Man zeigte ihnen die Überreste von Machibiri, dem fünften Gorilla, der im Juli ermordet wurde, sowie die Gräber von Rugendo und den Weibchen als Teil einer Kampagne, mit der die Welt aufmerksam gemacht werden soll. Am 19. September haben die Rebellen offensichtlich ihr Hauptquartier
in Jomba aufgeschlagen. Zum Posten nach Bikenge haben sie Vieh getrieben,
was bedeuten kann, dass sie vorhaben, sich dort länger einzurichten. Vom 20. bis 24. September gab es keine Neuigkeiten; Familiengeschichten
wurden in den Blog gestellt mit sehenswerten Fotos und Videoclips. Die
Gorillas im Mikeno-Sektor konnten nunmehr schon seit 3 Wochen nicht mehr
von Rangern besucht werden. Am 27. waren Journalisten von BBC Radio und Reuters TV in Rumangabo,
um das Ausland über die Vorgänge in der Region zu unterrichten. 30. Paulin Ngobobo, der ehemalige Chef des Gorilla-Sektors, hat sich
aus Nairobi von einem Management-Training gemeldet und lässt allen
Unterstützern und Spendern für die Hilfe danken. Er gibt nochmals
seiner Besorgnis Ausdruck, dass die Gorillas im Virunga-Park, die derzeit
nicht von Rangern beobachtet werden können, zwischen die Rebellen und das Militär geraten
könnten. Am 2. Oktober wurden Fotos von 2 Gorillawaisen in den Blog gestellt,
die in Goma gut versorgt sind. Es folgte am 3. noch ein Video von den
beiden. Seit dem 20. Oktober wird wieder geschossen. Möglich, dass die Rebellen
die Zeit genutzt haben, Unterstützung zu finden. Jedenfalls wurden
2 Rangerfamilien nach Goma evakuiert und Ausrüstung auf NGOs in Goma
verteilt, wo man auf Hilfe durch die UN-Friedensmission setzt. Die andauernden
Kämpfe haben zu immer mehr Unsicherheit geführt: Viele bewaffnete
Gruppen in und um den Park, zunehmendes Banditentum, von den Mai-Mai und
FDLR kontrollierte und begünstigte Köhlerei und Wilderei usw. Innocent stellt seinen Lieblingsgorilla vor, den Schwarzrücken Kadogo aus der Munyaga-Familie (Fotos!). Dieser wurde kahl geboren und dies hatte Innocent noch nie erlebt, auch nicht, dass ein Gorilla eine Glatze bekam. Kadogo legt ein besonderes Verhalten an den Tag: Immer wenn er Innocent sieht, setzt er sich hin, verschränkt die Arme, legt sein Kinn auf die gefalteten Hände und beobachtet ihn; keiner weiß, warum er das tut. Zu den Bedrohungen der Gorillas durch den Krieg erklärt Innocent: Nach wie vor ist unklar, woher das tote Gorillamädchen stammte, ob aus einer wilden oder einer habituierten Gruppe, und welches Schicksal der andere bei den illegalen Tierhändlern vermutete Gorilla erfuhr. Am 28. kommt die schlimme Nachricht, dass ein Ranger getötet und einer verletzt wurde. Sie waren in einem von den Mai-Mai kontrollierten Gebiet auf Patrouille, und die Rebellen hatten ihnen aufgelauert. Die Mai-Mai sind kongolesische Rebellen, die eigentlich ausländische Invasoren von den Grenzen fernhalten wollen. Sie waren verantwortlich für die Hippo-Schlachterei am Edward-See im vergangenen Jahr und für die Attacken im Virunga-Park im Mai. (Das Fleisch eines Flusspferds bringt ca. 300 US-Dollar und die Eckzähne sind Elfenbein.) Am 30. Oktober will ein Filmteam in Goma die Gesamtsituation von Rangern und Gorillas zwischen den Kämpfen festhalten, die Kampfhandlungen machen jedoch eine Fahrt nach Rumangabo unmöglich. Es wird an das Massaker an der Rugendo-Familie erinnert und Fotos aller ursprünglichen Mitglieder aneinandergereiht. Von 12 Mitgliedern der Familie leben noch 5 im Wald, davon nur ein Weibchen in nicht mehr gebärfähigem Alter (ein Waisenkind lebt in Goma und 6 Gorillas waren sinnlos ermordet worden). Die Gedanken der Ranger kreisen unablässig um die Überlebenden - wie es ihnen gehen mag, während die Kämpfe in der Nähe des Postens Bukima andauern, mitten im Gorilla-Sektor. Am 6. November stellt Diddy mangels Neuigkeiten seinen Lieblingsgorilla
Mukunda vor, der aus der Humba-Gruppe 2005 in die Rugendo-Familie wechselte
und seit dem Massaker im Juli deren Chef ist (als Schwarzrücken!)
Er war immer schon ein außergewöhnlich guter Beschützer
der Familienmitglieder. Und man hofft, dass er weiterhin trotz des Krieges
dazu in der Lage ist, denn die Verzweiflung der Ranger, die ihre Gorillas
nicht beschützen können, wächst. Am 15. November kommt die Neuigkeit, dass ein Ranger die Möglichkeit
hatte, von Uganda aus in den Sektor zu gelangen. Wie er berichtet, hat
er die Humba- und die Kabirizi-Familie gesehen, offensichtlich vollzählig
und wohlauf. Ein kleiner Hoffnungsschimmer nach so vielen Wochen der Ungewissheit!? Verstärkt fördern die Ranger eine Bewusstseinsbildung bei den Dorfgemeinschaften und Kindern in der Umgebung. Unterstützt durch Filmmaterial und Erzählungen wird die Bedeutung der Berggorillas herausgestellt, offensichtlich mit Erfolg. Am 21. November werden ca. 30 Leute verhaftet, die im Park Holzkohle gebrannt haben. Am 3. Dezember gibt es Berichte von massiven Kämpfen zwischen Rebellen und Militär rund um den Gorilla-Sektor, vor allem nahe Jomba und Bunagana an der ugandischen Grenze (Karte im Original-Gorillaprotection-Blog). Am 7. Dezember dauern die Kämpfe noch immer an und die humanitären
Probleme spitzen sich zu. Immer mehr Flüchtlingscamps werden gebaut.
Bedenklich ist ein wildes Camp direkt am Park (bei Kibumba). Das bringt
mehrere Probleme. Zum einen kann es kein offizielles Camp werden, weil
es dort kein Wasser gibt, aber nur offizielle Camps dürfen u. a.
mit Feuerholz versorgt werden. Die Flüchtlinge haben aber buchstäblich
NICHTS, sie holen bereits Bambus aus dem Gorilla-Sektor und brennen dort
Holzkohle. Um dies zu unterbinden (es sind ca. 4000 Leute und täglich
werden es mehr), müssen nun diese Flüchtlinge und die Bevölkerung
in der Pufferzone versorgt werden, mit Unterkünften, Nahrung, Brennstoff,
damit der Park geschont wird - eine große Herausforderung für
WildlifeDirect, WWF, FZS und UNHCR. Der 10. Dezember beginnt mit Mörser- und Granatenhall, der vom See zurückgeworfen wird. Diese Situation bleibt unverändert bis zum 13. Dezember. Die Frage steht im Raum, wie viel die Gorillas vom Kampflärm hören und wie es ihnen dabei geht. In den nächsten Tagen wird eindringlich um Spenden gebeten für Brennholz, weil man nicht warten kann, bis das Camp in Kibati fertiggestellt ist. Der Druck des illegalen Camps auf den Park ist zu groß. Außerdem boomt das große Geschäft mit Holzkohle. Sowohl Leute, die aktuell dringend Brennstoff benötigen, als auch Geschäftemacher, welche die Holzkohle nach Ruanda bringen, sind beteiligt. Seit September ist eine zehnfache Zunahme zu verzeichnen, da wegen des Krieges Kontrollen unmöglich sind und weil jeder daran verdient: Wer gerade die Region kontrolliert, ob Rebellen oder Militär, alle nehmen "Wegezoll", beim Betreten des Parks und vor allem beim Abtransport der fertigen Holzkohle. Seit dem 12. Dezember, dem Beginn des Spendenaufrufs, sind in nur einer Woche knapp 13 000 der benötigten 20 000 US-Dollar zusammengekommen. Die Dankbarkeit ist riesig. Trotz heftiger Kämpfe in der Umgebung gehen die Wildhüter auf Patroullien, um mittels Verhaftungen usw. die Herstellung von Holzkohle einzudämmen. In der Folgezeit wurde am 26. Dezember das 20 000-US-Dollar-Ziel für Feuerholz erreicht (ein paar Tage später sogar übertroffen), und die Mitarbeiter sind überglücklich und sehr dankbar für diese Hilfe. Täglich schwärmen Patrouillen zu Verhaftungen aus und auf den lokalen Märkten um den Gorilla-Sektor wird die Bevölkerung aufgeklärt, dass sie nicht ihr Erbe und ihre Zukunft zerstören darf, indem sie die Bäume des Virunga-Parks fällt. Aber die Versuchung, das allgemeine Kriegschaos auszunutzen und schnelles Geld mit Holzkohle zu machen ist groß, unabhängig von der Notwendigkeit, die Leute mit Feuerholz fürs Kochen zu versorgen. Man hofft auf erfolgreiche Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien,
weil man ansonsten die Hoffnung begraben kann. Da sind die Ereignisse
nach den Wahlen in Kenia nicht gerade ermutigend. Am 3. Januar 2008 dann die traurige Nachricht: Eine MONUC-Patrouille fand bei Wilderern knapp außerhalb des Virunga-Parks nahe dem Südufer des Edward-Sees zwei Flachland-Gorillakinder. Diese waren wahrscheinlich für den Bushmeat-Markt bestimmt und wurden (auf Verhandlungsbasis) beschlagnahmt. MONUC ist nicht befugt, Wilderer zu verhaften. Leider haben die Soldaten nicht einmal Personalien festgehalten. Nun müssen die Ranger auch noch mühsam ermitteln, um die Wilderer doch noch einer Bestrafung zuzuführen. 7. Januar: Einer der kleinen Gorillas wiegt 10 kg und scheint in Ordnung zu sein, der andere wiegt 20 kg und ist durch Machetenhiebe verletzt und in sehr schlechtem Zustand. Sie sind beide traumatisiert und in ärztlicher Obhut. Die Sorge, dass der größere nicht durchkommt, ist aber groß. 9. Januar. Eine gute Nachricht: Beide Gorillas scheinen gesundheitlich stabil zu sein, der Durchfall des größeren bessert sich und er hat ein wenig gegessen. 13. Januar: Alles sah so gut aus, die beiden Gorilla-Waisen hatten Namen bekommen: Vumilia, der größere der beiden und Mapendo, der kleinere, ein Mädchen. Beide hatten gut gefressen und waren viel herumspaziert. Der Umzug von Mutsora nach Goma war bereits geplant, weil Vumilia gesundheitlich stabil war und keine Antibiotika usw. mehr brauchte. Aber in der Nacht vor dem geplanten Flug kollabierte er ganz überraschend und starb trotz aller Bemühungen der Ärzte in den frühen Morgenstunden. Die Todesursache soll nun per Autopsie (in USA) festgestellt werden. 14. Januar: Mapendo, die ihren Kumpel sehr geliebt hatte, wurde am nächsten Tag von Mutsora nach Goma verlegt. Dort werden auch die beiden anderen Waisen (Ndeze und Ndakasi) versorgt, mit denen sie aber zunächst nicht zusammenkommt. 16. Januar: Es gibt ein Dokument, das die Ranger berechtigt, Holzkohle
zu konfiszieren. Sie versuchen die Holzkohleerzeugung einzudämmen,
was wegen der vielerorts anwesenden Rebellen nicht durchführbar ist.
Daher haben sich alle 36 Mann auf das Kontrollieren der Laster konzentriert,
die Holzkohle zum Verkauf nach Goma bringen (s. Fotos im Blog). Teilweise
sind die Wagen auch mit Feldfrüchten beladen, unter denen dann die
Holzkohle versteckt ist. 18. Januar: Ein Besuch in Kibati: Wo die 4500 Leute mehr schlecht als recht "hausten", ist eine Siedlung entstanden, Wasser wird mit Lkw geliefert, es existiert ein Wasserspeicher. Da die Leute mit Lebensmitteln beliefert werden sollen, muss auch Brennholz dorthin gebracht werden. UNHCR hat noch andere NGOs, die hier helfen können. 21. Januar: Innocent ist nach Ruanda eingeladen worden, um die Kwitonda-Berggorilla-Familie zu besuchen, die 2004 über die Grenze ausgewandert ist. (Schöne Fotos!!) Die Wildhüter der beiden Länder arbeiten zusammen. Der Kwitonda-Familie geht es dort gut, sie hat sich von 14 auf 16 Mitglieder vergrößert und kann von Touristen besucht werden. 23. Januar: In Goma finden Friedensgespräche statt. 1300 Teilnehmer, 60 Arbeitsgruppen und fast 5 Millionen US-Dollar Kosten (übernomen von der EU). Die Einheimischen sind jedoch sehr skeptisch, ob ein Friede Bestand haben wird. 24. Januar: Inzwischen konnten 40 t illegale Holzkohle sichergestellt
werden und täglich kommt mehr hinzu. Die Holzkohle wird nun anstatt
an Schulen usw., wie sonst üblich, auf Geheiß des ICCN in den
Flüchtlingscamps verteilt, wo insgesamt 65 000 Leute leben,
die alles verloren haben. Die humanitäre Situation ist katastrophal. Am 25. Januar wird berichtet über die Rugabo-Gruppe, deren namengebender Silverback bereits 1994 von einem Wilderer getötet wurde. Als man diese erste Gruppe im Kongo 1988 zu habituieren begann, gab man nur den Silberrücken einen Namen. Erst 10 Jahre später erhielten alle Gorillas Namen. Bis heute haben die Ranger keinen direkten Zugang zu den Gorillas. Die Rebellen halten Goma und Bukima besetzt und haben die Straße vermint. Sie lassen die Ranger unter Androhung von Erschießen den Sektor nicht betreten, sondern fördern den illegalen grenzüberschreitenden Tourismus aus Uganda und machen gute Geschäfte, indem sie Touristen zu den Gorillas führen. Von der fehlenden Qualifikation der Führer abgesehen, werden keinerlei Auflagen (z. B. Anzahl der Touristen, täglich nur ein Besuch, Abstände zu den Tieren ...) eingehalten, was ein großes Gesundheitsrisiko für die Gorillas bedeutet. Die Wildhüter sind genötigt, mit immer neuen Ideen zu arbeiten. Im Moment nutzen sie die Hilfe der Landbevölkerung, während der Feldarbeiten zu erkunden, was im Gorillasektor vor sich geht. Ansonsten konzentriert man sich weiter auf das Stoppen der Holzkohleproduktion, die wohl auf ein Drittel der bisherigen Menge zurückgedrängt werden konnte, und hofft, den Lebensraum der Gorillas so auf Dauer erhalten zu können. Die Rebellen haben angeboten, für Gegenleistungen den Wildhütern
wieder Zugang zum Gorilla-Sektor zu gewähren. Da sie aber für
viele Gräuel dieses Krieges verantwortlich sind, sollen sie um keinen
Preis unterstützt werden. Deshalb haben sich die Wildhüter entschieden,
nicht mit ihnen zusammenzuarbeiten, sondern mit der regierungstreuen Nationalparkbehörde
ICCN. 14. März: Bei Patrouillen im südlichen Gorilla-Sektor (Kibumba,
Mikeno Süd) fand man Schlingen von Wilderern und entfernte sie. Die
Wildhüter hörten das Brusttrommeln eines Silberrückenmannes
und man weiß, dass dort eine nicht habituierte vierköpfige
Gruppe lebt. Am Mt. Kasirimbi verzichteten sie auf weitere Spurenverfolgung,
weil häufig ruandisches Militär über die Grenze kommt,
das zuvor einmal Wilderer geschnappt und mitgenommen hatte, welche gerade
einem Hinterhalt der Ranger entkommen waren. Am 15. März wurde von einer Geburt in der Lulengo-Familie berichtet. 19. März: Der ehemalige Parkdirektor, Honore Mashagiro, ein einflußreicher, mächtiger Mann, wurde verhaftet. Er steht unter Verdacht, der Drahtzieher für das Massaker im Juli letzten Jahres zu sein. Er hatte aus Geldgier die Holzkohleproduktion im Park gestartet und wollte die erfolgreich dagegen vorgehenden Ranger mit der Aktion abschrecken. 20. März: Ein Reiseveranstalter in Jomba brachte die Nachricht, dass eine neunköpfige Gorillagruppe von Ruanda in den Congo übergewechselt ist. (bestätigt von Wildhütern) 4. April: Die Ranger haben wieder Schlingen gefunden, aber vermehrt auch ausgelegtes Gift, was extrem besorgniserregend ist (es könnte eine ganze Gorillafamilie auslöschen). Aber es wurden auch wieder Wilderer festgenommen, ebenso Holzfäller, bevor sie ihr Werk beginnen konnten. 5. April: Da seit einer Woche ein Bauer spurlos verschwunden ist, wird erwähnt, dass im letzten halben Jahr dieses häufiger vorkam, weil um des reinen Überlebens willen Leute im von Rebellen kontrollierten Teil ihre Felder bestellen müssen. Keiner der Vermissten ist wieder aufgetaucht, obwohl man alles tut, sie zu finden. 16. Mai: Viel ist nicht geschehen in den letzten Wochen. Aber immerhin
gibt es einige gute Nachrichten: Während die Ranger am 19. Mai Büffel und Rhinos harmonisch im Ishasha-Fluss zusammen sahen, fanden sie am 22. Mai einen toten Elefanten, dessen Stoßzähne und Fleisch entfernt worden waren. Das soll im 60 km Umkreis von Rumangabo jetzt häufiger vorkommen. 2. Juni: Es wurden viele Schlingen gefunden und ein Wilderer verhaftet. Von einem Soldaten wurde ein Äffchen konfisziert. Am 12. Juni fand die Beerdigung des Direktors des Virunga-Nationalparks statt, Alexandre Wathaut. Er starb eines natürlichen Todes. Am 16. Juni fand man viele Schlingen im Gebiet der Kabirizi-Gruppe, wo sich immer noch Rebellen aufhalten. Der Gatovu-Rangerposten ist wieder geöffnet, aber der Wald hat durch Holzkohlegewinnung und Jagd für Bushmeat sehr gelitten, während er die Front zwischen der kongolesischen Armee und Rebellen bildete. Die Fahrer der Holzkohletrucks werden agressiver und sind immer mehr nachts unterwegs, um die Straßensperren mit Gewalt und Geschwindigkeit zu durchbrechen. Am 19. Juni wurden wieder große Touristen-Gruppen von den Rebellen zu der Mapuwa- und der Lulengo-Gruppe geführt, ohne Auflagen zu beachten. Am 23. Juni musste der Posten Gatovu wegen Rebellenaktivitäten evakuiert werden. Trotzdem hilft die Bevölkerung weiter beim Bau bzw. der Reparatur eines steinernen Schutzwalls, der die Grenzen des Virunga-Parks markieren und von der ugandischen zur ruandischen Grenze reichen soll. Er trennt Farmland und Schutzgebiet. Am 30. Juni wurde eine Rangerpatrouille aus Kibumba von Rebellen aufgebracht, nachdem sie Holzkohle von 2 Frauen konfisziert hatte. 3 Ranger wurden gefangen genommen, 5 konnten fliehen. Nach zähen Verhandlungen per Telefon wurden die 3 Ranger schliesslich freigelassen, obwohl man sich nicht auf einen Tausch - Gefangene gegen konfiszierte Holzkohle - eingelassen hatte. |