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Super-Highway-Neuigkeiten

Kategorie: Erfolge, Ausgabe 54, Cross-River-Gorillas, Nigeria, Afi, Regenwald, Konflikte

Neuer Verlauf des Super-Highways (© WCS Nigeria)

Im März 2016 erkannte die Regierung Nigerias die Umweltverträglichkeitsprüfung zum Bau eines Super-Highways quer durch wertvolle Regenwälder in Cross River State nicht an und stoppte damit den Bau. Seitdem wurden drei weitere Gutachten abgelehnt. Eine derart strikte Handhabung hat es in Nigeria noch nie gegeben. Das zeigt den Fortschritt, den das Land unter Präsident Buhari und seiner Umweltministerin Amina Mohammed macht. Möglicherweise trugen die lautstarken internationalen Kampagnen auch dazu bei. Amina Mohammed ist mittlerweile zur Stellvertretenden Generalsekretärin der Vereinten Nationen berufen worden, doch auch ihr Nachfolger, Ibrahim Usman Jibril, lässt keinen Zweifel daran, dass er das Naturschutzrecht durchsetzen will.

Im Februar 2017 lenkte die Landesregierung ein und ließ ihre Pläne, rechts und links des Highways einem 10 km breiten Streifen zu roden, fallen. Es war stets unser Hauptanliegen gewesen, diesen extremen Korridor zu verhindern, da er große Regenwaldgebiete zerstört hätte, zu denen auch das Cross-River-Gorilla-Habitat in den Afi-Bergen gehört.

Die neue Route zerschnitt aber immer noch wichtige kommunale Wälder am Rand des Cross-River-Nationalparks sowie die beiden Schutzgebiete Ukpon River Forest und Cross River South Forest. Interna­tionale und lokale Kampagnen protestierten gegen diese Route. Die Landesregierung diskutierte schließlich Alternativen, auch solche, die etwas länger und etwas teurer als die ursprüngliche Route waren. Auf einem Forum im März 2017 erklärte der Gouverneur Ben Ayade, dass er bereit sei, eine neue Route um den Ekuri-Gemeindewald zu legen, doch die Beteiligten bestanden auf einer Route, die auch die zwei Schutzgebiete Ukpon River Forest und Cross River South Forest unberührt ließ. Im April 2017 stimmte der Gouverneur dem Plan zu.

Nach wie vor gibt es an dem Projekt noch einiges zu bemängeln. So werden die Finanzquellen bis heute im Dunkeln gehalten. Manche Investoren haben ihre Zusagen im Zuge der Diskussionen zurückgezogen, doch scheint eine Reihe von chinesischen Investoren immer noch am Bau des Tiefseehafens und des Super-Highways interessiert zu sein. Außerdem wurde bis heute keine Gemeinde für die im Zuge der Baumaßnahmen vorgenommenen Abholzungen oder für zerstörte Felder entschädigt. Wir dürfen also in unserem Engagement nicht nachlassen!

Andrew Dunn und Inaoyom Imong, April 2017

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