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Colin P. Groves - 24.6.1942 bis 30.11.2017

Kategorie: Systematik, Geschichte

Im Naturkundemuseum Paris 2005 (© Angela Meder)

Bei den Göttinger Freilandtagen 2005 auf dem Weihnachtsmarkt (© Angela Meder)

Im Gespräch mit Christian Roos (l.) im Primatenzentrum Göttingen 2005 (© Angela Meder)

Mit Miki Matsubara beim IPS-Kongress in Uganda 2006 (© Angela Meder)

Mit Bethan Morgan und John Oates beim IPS-Kongress in Edinburgh 2008 (© Angela Meder)

Wer sich intensiv mit Gorillas beschäftigt, kennt den Namen Colin Groves. Und wer nicht nur den Namen, sondern auch den Menschen kannte, weiß, dass wir einen ganz besonderen, einzigartigen Wissenschaftler und Menschen verloren haben.

Seine Doktorarbeit setzte den Standard für die Gorilla-Systematik, und bei späteren Überarbeitungen war er ebenfalls maßgeblich beteiligt. Auch wenn er sich für viele Säugetiere interessierte, blieben Gorillas immer seine Leidenschaft. Nach seiner Promotion in London im Jahr 1966 und einigen Zwischenstationen landete er 1973 in Canberra an der Australian National University, wo er seither forschte und lehrte. Im Lauf seiner Karriere beschrieb er mehr als 50 Tierarten.

Ich begegnete Colin zum ersten Mal 2001 bei einer Tagung in Adelaide und lernte nicht nur einen großen Wissenschaftler kennen, sondern auch einen offenen, weitgereisten Mann mit vielen Interessen, großer Lebenserfahrung, viel Humor und einem riesigen Kreis von Kollegen, Freunden und Bewunderern. Er ruhte sich nie auf seinen Erfahrungen und Verdiensten aus, sondern blieb immer neugierig und interessiert an neuen Ideen, die er in seine Arbeit integrierte, wenn sie seiner kritischen Prüfung standhielten.

In den letzten Jahren war Colin aufgrund einer schweren Krankheit sehr eingeschränkt in seinen Aktivitäten, doch das hinderte ihn nicht daran, bis zum Schluss seine wissenschaftliche Arbeit fortzusetzen und den Austausch mit Kollegen und Studenten zu pflegen.

Vielen, mich eingeschlossen, war er ein guter Freund, der immer ein offenes Ohr hatte und nach seinen Möglichkeiten zu helfen versuchte. Die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe hat er, ebenso wie andere Projekte zum Schutz bedrohter Säugetiere, mit Rat und Tat sowie mit Spenden unterstützt, wo er nur konnte. Vor allem durch das kritische Lesen der englischen Gorilla-Journal-Texte und seine eigenen Beiträge hat er unsere Arbeit in großartiger Weise bereichert. Er wird uns mit seiner Unterstützung sehr fehlen.

Colin beendete seine Mails immer mit einem Spruch. Einer der letzten war: "A man is not dead while his name is still spoken." (Terry Pratchett)

Angela Meder

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