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Zählung Cross-River-Gorillas

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 40, Cross-River-Gorillas, Cross-River-Nationalpark, Nigeria, Mbe, Afi
Häufigkeit von Spuren menschlicher Aktivität in der Boshi Extension, Mbe und Afi

Häufigkeit von Spuren menschlicher Aktivität in der Boshi Extension, Mbe und Afi (© Inaoyom Imong)

Zwischen März und August 2009 wurde der Bestand der Gorillapopulationen und anderer tagaktiver Primaten im Afi Mountain Wildlife Sanctuary, im Okwangwo-Teil des Cross-River-Nationalparks und im Mbe Mountains Community Wildlife Sanctuary bestimmt. Insgesamt fanden wir 74 Gorillanester, davon 33 im Cross-River-Nationalpark, 24 in den Mbe-Bergen und 17 am Afi-Berg. Eine genaue Schätzung der Gorillapopulationsgröße anhand der gefundenen Nester ist allerdings schwierig. Wir nehmen an, dass 25-35 Gorillas am Afi-Berg leben, mindestens 20 in den Mbe-Bergen, 11-23 Tiere im Boshi-Wald und 10-15 in den Okwa-Hügeln. Dies entspricht etwa den Ergebnissen früherer Zählungen, sodass man annehmen kann, dass die Gorillapopulationen innerhalb der letzten 5 Jahre stabil geblieben sind.

Am Afi-Berg waren frische Gorillaspuren nur im nordöstlichen und im südlich-zentralen Teil zu finden. Keine Zeichen von Gorillas gab es im nordwestlichen Teil, der eigentlich dafür bekannt ist, dass die Gorillas sich dort in der Trockenzeit aufhalten. Ein Buschfeuer zerstörte jedoch im Februar 2008 große Flächen; vermutlich meiden die Gorillas dieses Gebiet seither.

In den Mbe-Bergen fanden wir Gorillaspuren vor allem im südlich-zentralen Teil; keine Gorillaspuren gab es im westlichen Teil, der früher regelmäßig von den Gorillas besucht wurde. Im Februar 2009 sind 2 Gemeinden aus der Schutzgemeinschaft der Mbe-Berge ausgetreten und stoppten alle Aktivitäten zum Schutz der Gorillas. Danach nahmen die Jagd auf Wildtiere und andere illegale Aktivitäten in diesem Teil des Schutzgebiets zu. Das könnte die Gorillas vertrieben haben. Bemühungen der WCS, die Streitigkeiten zu schlichten, waren erfolgreich, und inzwischen wurden die Schutzbemühungen in den betroffenen Gebieten wieder aufgenommen.

Im Cross-River-Nationalpark fanden wir frische Gorillaspuren im zentralen Teil des Boshi-Walds und im östlichen Teil der Okwa-Hügel nahe der Grenze zu Kamerun.

Folgende Empfehlungen zum Schutz der Gorillas und anderer Primaten ergaben sich aus dieser Studie:

  • In allen Gebieten, vor allem aber im Cross-River-Nationalpark und am Afi-Berg, sollten die Wildhüter-Patrouillen verstärkt werden, um Wilderei und andere Störungen durch Menschen zu verhindern.

  • Verhandlungen über den Rückzug von Bauern aus dem Schutzgebiet müssen mit allen Beteiligten geführt werden, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

  • Das Afi-Schutzgebiet sollte möglichst bald um die für die Gorillas wichtigen Olum-Berge im Nordosten erweitert werden.

  • Dringend nötig ist ein Schutzprogramm zur Vermeidung von Buschfeuern, das von den Gemeinden unterstützt wird.

  • Ein Managementplan sollte für alle Gebiete entwickelt werden.


Inaoyom Imong, Kathy L. Wood und Andrew Dunn