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Schutz der Ebo-Gorillas

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 40, Kamerun, Gefahren, Schutzmaßnahmen, Sonstige Schutzgebiete, Westliche Flachlandgorillas
Karte des geplanten Ebo-Nationalparks

Karte des geplanten Ebo-Nationalparks (© Angela Meder, nach einer Karte von Bethan Morgan)

Im November 2002 wurden Gorillas im Ebo-Wald im südwestlichen Kamerun entdeckt. Dieses Gebiet befindet sich zwischen den Verbreitungsgebieten der Cross-River-Gorillas und der Westlichen Flachlandgorillas, die 100 km südlich des Sanaga-Flusses leben. Das Gebiet der Gorillas liegt sehr nah an einem der größten Dörfer in der Region, Iboti. Etwa 200 Menschen leben dort. Das Dorf ist nur zeitweise erreichbar; Schlammlawinen und viel Regen machen die Straße oft unpassierbar. Die strapaziöse Reise ins Nachbardorf im Westen kann 8 Stunden dauern.

Wir vermuten, dass es weniger als 25 Ebo-Gorillas gibt, in einem kleinen, nur etwa 25 km² großen Gebiet. Bisher ist wenig über sie bekannt. Genetisches Material von diesen Gorillas wird derzeit untersucht und mit dem anderer Gorillapopulationen verglichen.

Im November 2009 tötete ein Einwohner von Iboti bei der Jagd einen Gorillamann. 2006 war eine Gorillafrau durch einen Jäger aus Locnanga ums Leben gekommen. In beiden Fällen versuchten die Beteiligten, die Wilderei zu vertuschen. Trotzdem erhielten wir die Informationen und gaben sie direkt an unsere Kollegen von MINFOF und WWF weiter. Die Tat des letzten Jägers wurde daraufhin in seinem Dorf verurteilt. Hierbei wurde deutlich, dass es nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert ist, Gorillas zu töten. Es gibt Zeichen eines Wandels. Einige Dorfbewohner bauen jetzt Gemüse an, um es im Dorf zu verkaufen und zu exportieren. Dennoch ist der Wildfleisch-Handel noch immer ein großes Problem; das Fleisch bringt weit mehr pro Kilo als das Gemüse.

Ende 2009 startete ein Projekt, das in Dörfern nahe dem Gorilla-Verbreitungsgebiet Möglichkeiten für alternative Einkommen entwickeln soll. Außerdem haben wir kürzlich Geld von der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe erhalten, mit dem Poster gedruckt und in den drei Dörfern verteilt werden, die dem Gorillagebiet am nächsten liegen. Damit der Ebo-Wald im öffentlichen Bewusstsein stärker als Naturschutzgebiet wahrgenommen wird, produzierte CRTV (Cameroon Radio Television) Ende 2009 eine einstündige Dokumentation über den Wald. Sie erreichte 50% der Menschen in Kamerun.


Bethan Morgan