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Handel mit Menschenaffen

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 46, Bushmeat, Gefahren, Kamerun, Westliche Flachlandgorillas
Bei einer Aktion in Ostkamerun gefundener Gorillakopf

Bei einer Aktion in Ostkamerun gefundener Gorillakopf (© LAGA)

In den letzten Jahren hat der illegale Handel mit afrikanischen Menschenaffen dramatisch zugenommen. Nicht selten geht er mit Drogenschmuggel einher wie im Fall eines Mannes, der im Januar 2006 in Kamerun festgenommen wurde. In seinem Besitz hatte er einen jungen Schimpansen sowie Kokain und 200 kg Marihuana. Beim Verhör gab er an, regelmäßig mit geschützten Primaten gehandelt und dabei mindestens 5 Wilderer beschäftigt zu haben.

Professionelle Drogenhändler dehnen ihre Aktivitäten auf den Handel mit Wildtieren aus, da sich mit Menschenaffen hohe Gewinne erzielen lassen; dies führt dazu, dass die illegale Ausfuhr der Tiere mehr und mehr in der Hand des organisierten Verbrechens liegt. Wie Drogensyndikate sind die in Afrika operierenden kriminellen Vereinigungen gut organisiert und mit beträchtlichen finanziellen Mitteln ausgestattet. Dies zeigte sich u. a. im Jahr 2002, als vier junge Gorillas aus Kamerun über mehrere Ländergrenzen hinweg in den Zoo von Taiping (Malaysia) gebracht wurden - ein Unterfangen, das einen hohen logistischen Aufwand erfordert.

Ebenfalls in Kamerun wurde 2009 ein Mann festgesetzt, der 22-mal Primatenschädel in die USA geliefert und damit 22 000 US-Dollar Gewinn gemacht hatte. Seine Geschäfte hatte er über das Internet abgewickelt, was belegt, dass die moderne Technik dem illegalen Tierhandel neue Wege eröffnet.

Im Dezember 2005 fielen bei einem Flug von Kinshasa nach Russland ein Ukrainer und ein Kongolese auf, die ein Bonobojunges in ihrer Reisetasche beförderten. Weil sie eine Genehmigung vorweisen konnten, wurden sie nicht festgenommen, sondern konnten ihre Reise - nach Konfiszierung des Tiers - unbehelligt fortsetzen. Man fand heraus, dass sie die Strecke schon öfter geflogen waren, also war vermutlich die Sache mit dem Bonobo kein Einzelfall.

In jüngerer Zeit hat sich vor allem Guinea zu einem Zentrum des organisierten Handels mit lebenden Menschenaffen entwickelt. Seit 2010 wurden über 100 Schimpansen und 10 Gorillas aus dem Land gebracht, die meisten nach China.

Der boomende Handel mit Menschenaffen zieht alle möglichen Leute an - von Nebenerwerbs-Wilderern bis hin zu Syndikaten, die im großen Maßstab Jagd auf die Tiere machen. Wird ihrem Tun nicht Einhalt geboten, würde das verheerende Folgen für die afrikanischen Menschenaffen haben.

Eric Kaba Tah