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Gorillaschutz in Afi

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 52, Cross-River-Gorillas, Nigeria, Afi, Schutzmaßnahmen

Wildhüter in Afi bei der Datenerfassung mit dem SMART-System (© WCS Nigeria)

Das Afi Mountain Wildlife Sanctuary, ein Naturschutzgebiet in Nigeria, beherbergt ca. 10% der Gesamtpopulation der Cross-River-Gorillas. Bislang wurde dort aufgrund unzureichender Schutzmaßnahmen stark gewildert. In letzter Zeit jedoch hat sich dies deutlich verbessert: Noch 2012 fanden die Wildhüter durchschnittlich 2,07 Drahtschlingen pro Quadratkilometer, 2015 waren es nur noch 0,53.

Schon seit 2011 arbeiten wir in dieser Region mit CyberTracker, einer Software für mobile Endgeräte zur Datenerfassung, und mit der im Herbst 2015 eingeführten neuen SMART-Software (SMART steht für Spatial Monitoring and Reporting Tool). Damit lassen sich Patrouillen besser als bisher planen, bewerten und abgleichen.

Außer der Wilderei gefährdet auch der Verlust von Lebensraum durch landwirtschaftliche Nutzung und illegalen Holzeinschlag die Gorillas im Afi-Reservat sowie in den angrenzenden Gebieten Olum Hills und Kakwagom-Bitiah-Wald. In den Olum Hills werden seit 2005 wieder Gorillas gesichtet, nachdem massive Waldbrände sie für fast ein Jahrzehnt von dort vertrieben hatten. Dies gilt jedoch nicht für den Kakwagom-Bitiah-Wald, wo nach wie vor viel gejagt und Holz geschlagen wird.

Handlungsbedarf besteht auch in den Übergangsgebieten zu den Mbe-Bergen und dem Okwangwo-Sektor des Cross-River-Nationalparks, die einen Korridor für Wildtiere darstellen.

Auch wenn mit CyberTracker und SMART einiges erreicht wurde, kann eine Durchsetzung der Naturschutzgesetze auf lange Sicht nur funktionieren, wenn die lokale Bevölkerung für die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen sensibilisiert wird.

Weil die Regierung mit den Gehältern für die Wildhüter des Afi-Reservats oft monatelang im Rückstand bleibt, ist die Unterstützung durch die WCS, diverse Zoos und Organisationen wie die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe zur Aufrechterhaltung des Schutzes der Gorillas und anderer gefährdeter Primaten weiter vonnöten.

Inaoyom Imong, Emmanuel Bassey, Andrew Dunn und Richard Bergl