Westliche GorillasArtikel Westliche Gorillas

Gorillas in Dimonika

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 46, Bestandsaufnahme, Sonstige Länder, Gefahren, Sonstige Schutzgebiete, Westliche Flachlandgorillas
Auf der Straße zum Dimonika-Reservat (© Fernando Turmo/Jane Goodall Institute)

Auf der Straße zum Dimonika-Reservat (© Fernando Turmo/Jane Goodall Institute)

Lage des Dimonika-Reservats im Kongo (© Angela Meder)

Lage des Dimonika-Reservats im Kongo (© Angela Meder)

Das Dimonika-Biosphärenreservat, gegründet 1988, liegt im Zentrum der Mayombe-Bergkette im Westen der Republik Kongo. 2009 führte das JGI eine Bestandsaufnahme von Fauna, Flora und der sozio-ökonomischen Lage im Reservat durch. Diese Studie sollte zur Schaffung eines Schutzgebiet-Netzwerks in der Kouilou-Region beitragen.

Das JGI-Team musste schon bald feststellen, dass das Gebiet wegen der schwierigen Geländestruktur nicht einfach zu erfassen ist. Die Forscher sammelten Daten entlang von 50 Transekten mit einer Gesamtlänge von 44 590 km. Sie fanden sowohl Sekundärwald, der seit der Gründung des Reservats nicht mehr durch Holzfirmen genutzt wurde, als auch an unzugänglichen Stellen intakten Regenwald. Wichtigstes Ergebnis der Studie war, dass es im Dimonika-Gebiet eine wichtige Population Westlicher Flachlandgorillas gibt, die auf 113 Tiere geschätzt wird.

In den Dörfern und entlang der Hauptstraßen leben die Menschen vor allem von Landwirtschaft und Holzschnitzerei; außerdem jagen sie und schürfen nach Gold. Die Auswirkungen der beiden letzteren Aktivitäten waren im Reservat deutlich sichtbar. Spuren der Jagd waren Kadaver getöteter Tiere, Patronenhülsen, Fallen und die Jagdwege. Der Handel mit Wildtierfleisch wird durch die Lage der Dörfer an größeren Straßen begünstigt. Das Fleisch wird in Städte wie Pointe-Noire und Dolisie transportiert, und die Händler haben feste Kunden wie Restaurants und Arbeiter aus dem Bergbau und von den Holzfirmen. Die Jagdwege ermöglichen es den Menschen, weit in den Wald vorzudringen, was den Druck auf die Wildtiere stark erhöht.

Eine weitere Bedrohung für das Reservat ist der Bergbau. Seit den 60er-Jahren arbeiten Goldsucher vor allem am Loukénéné-Fluss und seinen Seitenarmen. Derzeit prüft die Firma MANAGEM die Chancen für Goldgewinnung in industriellem Maßstab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Dimonika-Biosphärenreservat eigentlich nur auf dem Papier besteht; es gibt kein Naturschutz-Management und der Druck durch Jagd und Goldgewinnung ist sehr hoch. Trotz der widrigen Umstände beherbergt das Reservat wichtige Populationen von Gorillas und Schimpansen, deren Schutz dringend ein Handeln und neue Strategien erfordert, auch um die Verbindung zum Mayombe-Ökosystem zu erhalten.

Lilian Pintea, Rebeca Atencia und Debby Cox