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Gorillahüter

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 37, Cross-River-Gorillas, Kamerun, Mbulu, Mone, Schutzmaßnahmen
Gorillahüter-Kandidaten (© Amelia Stott, WCS Takamanda-Mone Landscape Project)

Gorillahüter-Kandidaten (© Amelia Stott, WCS Takamanda-Mone Landscape Project)

Gemeindemitglieder vermessen ein Gorillanest

Gemeindemitglieder vermessen ein Gorillanest (© Albert Ekinde, WCS Takamanda-Mone Landscape Project, )

Neue Wege beim Schutz der Cross-River-Gorillas geht man im Takamanda-Mone-Gebiet in Kamerun: Die Dörfer in der Nähe der Gorilla-Verbreitungsgebiete wählen sogenannte Gorillahüter, die den Gorillaschutz stärken und die Gemeinden mehr in die Schutzbemühungen einbeziehen sollen.

Für die erste Phase dieses Projekts wurden 6 Dörfer in den abgelegenen Gorillagebieten Mowambi, Mbulu und Nord-Mone ausgewählt. Die Dörfer haben traditionelle Besitzansprüche auf die Waldgebiete, in denen die Gorillas vorkommen, und die Gemeinderäte waren von Anfang an am Auswahlprozess der Gorillahüter beteiligt. In den betroffenen Gebieten kommen schätzungsweise noch 60 Gorillas vor, etwa die Hälfte aller Cross-River-Gorillas in Kamerun. Sie leben in kaum geschützten Waldgebieten, in denen viel gewildert wird.

Die Gorillahüter sollen den Gorillaschutz unterstützen, indem sie eine direkte Verbindung schaffen zwischen den Gebieten, in denen die Gorillas leben, und den Behörden, die für ihren Schutz zuständig sind. Sie sollen jeden Fall von Gorilla- oder Schimpansenwilderei der WCS und den Behörden melden, sodass die Naturschutzgesetze wirksamer angewandt werden können. Die Gorillahüter sammeln Informationen über Gorillanester im Wald und tragen die Ergebnisse in einer Karte der betreffenden Gemeinde ein. Diese Informationen erleichtern Forschern der WCS regelmäßige Bestandsaufnahmen. Außerdem spielen die Gorillahüter eine wichtige Rolle dabei, in ihren Dörfern ein Bewusstsein für die Bedeutung des Gorillaschutzes zu schaffen.

Die Gorillahüter wurden in Gesprächen ausgewählt und nahmen ab Anfang November an einem zweiwöchigen Training in der Forschungsstation des Kagwene-Gorillaschutzgebiets teil. Dort werden sie mit Gorillaforschern und Vertretern der Behörden zusammenarbeiten, um Beobachtungstechniken zu lernen und weitere Fähigkeiten zu erwerben, die sie bei ihrer späteren Tätigkeit benötigen.

Schutzprogramme werden von der Bevölkerung oft als "von oben" auferlegt empfunden; durch den Einsatz der Gorillahüter sollen die Gemeinden nun aktiv am Schutz der Cross-River-Gorillas beteiligt werden. Wir hoffen, durch diesen alternativen Ansatz den Gorillaschutz zu stärken.

Aaron Nicholas und Amelia Stott