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Erdrutsche in Afi

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 47, Afi, Nigeria, Cross-River-Gorillas, Gefahren
Einer der Landrutsche

Einer der Landrutsche (© WCS)

Erdrutsche in Afi (Dreiecke) und Stellen mit Gorillanestern nach den Erdrutschen

Erdrutsche in Afi (Dreiecke) und Stellen mit Gorillanestern nach den Erdrutschen (© WCS)

Das Afi Mountain Wildlife Sanctuary liegt im nördlichen Teil des Cross River State in Nigeria und umfasst eine Fläche von etwa 100 km², die im Jahr 2000 zum Schutzgebiet erklärt wurde. Im Afi Mountain Wildlife Sanctuary leben 25–30 Cross-River-Gorillas. Das Schutzgebiet besteht aus dem Afi-Bergmassiv mit Gipfeln bis 1318 m, tiefen Tälern und Flüssen. Diese Flüsse sind die Hauptwasserquelle der 18 umliegenden Gemeinden. Das Klima ist saisonal mit starken Regenfällen zwischen Mai und Oktober. Im Juli 2012 regnete es wesentlich mehr als im gleichen Monat der Vorjahre.

Am 14. Juli 2012 kam es zu einer Serie von schweren Erdrutschen im zentralen und südlichen Teil des Schutzgebiets. Zahlreiche illegale Farmen wurden zerstört. Bis zu 50 Erdrutsche ereigneten sich an diesem Tag und hinterließen kahle, ungeschützte Flächen. Die Ursache dafür ist unklar, vermutlich sind aber die vielen illegalen Farmen im Schutzgebiet und die besonders starken Regenfälle im Juli verantwortlich. Es gibt mindestens 600 illegale Farmen innerhalb des Afi Mountain Wildlife Sanctuary, meist Kakao- und Bananenplantagen. Die Abholzung des Walds im Schutzgebiet hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Gleichzeitig wurden die Regenfälle unregelmäßiger und unvorhersehbarer.

Die Auswirkungen der Erdrutsche für die Gemeinden und das Schutzgebiet sind groß. Verschiedene Gebäude in fünf Gemeinden und drei wichtige Brü­cken wurden zerstört. Die Wassereinzugsgebiete entlang der Täler wurden abgetragen, was zu einem akuten Wassermangel in den umliegenden Gemeinden führte. Trinkwasserquellen wurden verschmutzt, andere sind voller Schlamm oder versandet.

Einige Tierkadaver, vor allem von Duckern, Stachelschweinen, Klippschliefern und Schlangen wurden gefunden, aber keine toten Menschenaffen. Die Verteilung der Gorillanester legt nahe, dass die Gorillas durch die Erdrutsche in Richtung der südlichen Grenze des Schutzgebiets gedrängt wurden, weiter in die Nähe zahlreicher Farmen, wo der Druck durch Wilderei größer ist.

Die dringendste Maßnahme nach den Erdrutschen bestand darin, den betroffenen Gemeinden, Wildhüterposten und Camps wieder Zugang zu Trinkwasserquellen zu verschaffen und die illegalen Farmen im Afi Mountain Wildlife Sanctuary zu entfernen.

Emmanuel Sampson Bassey