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Bushmeat in Zentralafrika

Kategorie: Gorilla Journal, Ausgabe 39, Bushmeat, Regenwald, Schutzmaßnahmen, Westliche Flachlandgorillas, Sonstige Schutzgebiete
Konzessionen für Holzeinschlag rund um den Nouabalé-Ndoki-Nationalpark

Konzessionen für Holzeinschlag rund um den Nouabalé-Ndoki-Nationalpark (© Angela Meder)

Wildfleisch ist auf lokalen Märkten allgegenwärtig, wie Beobachtungen in verschiedenen Holzfäller- und Minen-Städten in den Wäldern der Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik zeigen. In Ouesso zum Beispiel werden weit verbreitete Arten wie Meerkatzen, Ducker, Stachelschweine, Zwergkrokodile, Colobus-Affen, Wildschweine und Pythons angeliefert, zerlegt und verkauft. Doch auch das Fleisch geschützter Arten wie Gorillas, Schimpansen und Elefanten soll zu haben sein, allerdings im Verborgenen. Das Fleisch stammt aus den Wäldern in der Umgebung dieser Städte. In der unmittelbaren Umgebung von Pokola, einer Holzfällerstadt im Kongo, scheint der Wald bereits leergejagt zu sein. Um den Bedarf zu decken, dringen die Jäger immer tiefer in den Wald ein. Das Wildfleisch-Angebot ist in der Jagdsaison gleich wie in der Schonzeit; der ständige Druck wird deshalb irgendwann wohl auch zu einem Rückgang noch häufiger Arten wie Meerkatzen und Duckern führen. Durch die Wirtschaftskrise hat sich der Jagddruck sogar verschärft. Der Holzeinschlag ist um 50% zurückgegangen, und das billige Wildfleisch hilft den arbeitslosen Familien, über die Runden zu kommen. Ökoguards, die die Natur in den Wäldern schützen sollen, sind beim Handel mit Wildfleisch nicht wirklich gefürchtet. Es ist zwar recht riskant, wenn man beim Wildern erwischt wird, doch sobald das Fleisch auf dem Markt ist, können die Guards nichts mehr unternehmen. In der Konzession Loundoungou, wo bisher kaum gearbeitet wurde, soll ein Sägewerk gebaut werden. Die kleine Waldenklave würde dann ähnlich wachsen wie Pokola, wodurch sich der Jagddruck auf die umliegenden Wälder weit über das traditionelle Maß erhöhen würde. Ein Wildfleisch-Verbot würde die Bevölkerung auf die Barrikaden bringen. Es wäre die Aufgabe der Holzfirma, sich eine Strategie zu überlegen, wie man dieses Problem lösen kann, bevor sie Dörfer mitten im Wald gründet. International anerkannte Zertifikate, die diesen Aspekt nicht berücksichtigen, sind auf jeden Fall äußerst fragwürdig. In der Zentralafrikanischen Republik zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Schutz des Dzanga-Sangha-Spezialreservats und des Dzanga-Ndoki-Nationalparks ist deutlich schlechter als im Nordkongo und hat sich in den letzten Jahren auch nicht wesentlich verbessert. Es ist gut zu wissen, dass wenigstens im Kongo der Naturschutz etabliert ist, weitgehend respektiert wird und bei den Wilderern gefürchtet ist. Die mangelhaften Schutzmaßnahmen gehen auch auf Geldmangel zurück - wäre es nicht zu überlegen, ob sich die Holzfirmen, die vom Wald profitieren, daran beteiligen könnten?