ExtrasReisen

Reisen zu den Gorillas

  • Stefan Schmidt, Attenhausen
    © Stefan Schmidt, Attenhausen

Wenn Sie zu den Gorillas reisen wollen, sollten Sie sich gut vorbereiten - im Interesse Ihrer Sicherheit und Gesundheit, aber auch, damit Sie Unannehmlichkeiten vermeiden und ihre Reise richtig genießen können. Falls Sie wissen wollen, was andere Gorillabesucher erlebt haben, haben wir interessante Reiseberichte für Sie.

Warum ist ein Besuch bei den Berggorillas so teuer?

Der Wunsch, die Gorillas ohne Touristen zu beobachten und weniger zu bezahlen, ist verständlich und durchaus nicht ungewöhnlich, hat aber kaum Aussicht auf Erfolg. Ich habe von 1987 bis 2002 im Naturschutz in Uganda gearbeitet, ähnliche Anfragen aus aller Welt haben wir viele bekommen. Bei einer Weltpopulation von ca. 700 Berggorillas, wovon nur ein Teil für den Tourismus habituiert ist (potentielle Besucher aber in die Tausende gehen) kann man sich den Druck auf die Tiere vorstellen. Deshalb sind strikte Regeln aufgestellt worden, wonach eine Gorillagruppe nur 1 Stunde pro Tag besucht werden und die Besuchergruppe nicht mehr als 8 Touristen umfassen darf. Trotz der hohen Gebühr sind die Besuche oft bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht. Ein Antrag auf individuelle Ausnahmen hat so gut wie keine Aussicht auf Erfolg. Es wird immer über die hohen Preise gestöhnt. Im Prinzip könnte man bei den Gorillas jeden Preis verlangen - es gibt immer genug Leute, die sich diese Exklusivität leisten können. In Uganda werden die Einnahmen dazu benutzt, die laufenden Kosten in den anderen Nationalparks und Wildschutzgebieten teilweise zu finanzieren. Bisher unterstützte die Weltbank die ugandische Nationalparkbehörde; diese Gelder laufen allerdings Ende 2007 aus. Jeder Dollar wird dann für den Unterhalt der Parks und Schutzgebiete gebraucht. Natürlich gibt es weitere Gebiete mit Menschenaffen, nur eben keine habituierten Gruppen. Die Habituierung von Menschenaffen dauert 3-4 Jahre und ist eine große finanzielle und zeitliche Investition.

Wilhelm Möller

Gorillatourismus - pro und contra

Seit Ende der 70er Jahre gibt es in Ruanda intensiven Gorillatourismus; Berggorillagruppen wurden speziell für Touristenbesuche an Menschen gewöhnt. Später geschah dies auch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Damit die Tiere nicht darunter leiden, gelten strenge Regeln für die Besucher. Doch reicht das aus? Durch die Nutzung der Gorillas soll ihr Schutz gesichert werden - allerdings kann sich der Tourismus auch negativ auf die Tiere auswirken.

Vorteile Nachteile
Höhere Sicherheit: Die Anwesenheit von Menschen hält Wilderer ab. Gorillas verlieren ihre Scheu vor Menschen: Sie plündern Felder und flüchten nicht vor Wilderern.
Besseres Monitoring: Durch regelmäßige Besuche können Geburten, Todesfälle und andere Veränderungen, Gesundheitsprobleme bei den einzelnen Gorillagruppen und illegale Aktivitäten in den Schutzgebieten rasch erkannt werden. Infektionen: Von Menschen und Nutztieren können Krankheiten auf Gorillas übertragen werden.
Devisenquelle: Beträchtliche Einnahmen sichern den Unterhalt der Schutzgebiete. Sie kommen den Nationalparkbehörden zugute und allen, die am Tourismus verdienen (in geringerem Maße auch der dort ansässigen Bevölkerung). Verhaltensänderungen: Die Anwesenheit von Menschen bedeutet Stress für die Gorillas.
Bekanntheit: Gorillas als imposante Tiere erzeugen großes Interesse - bei Medien ebenso wie bei Wissenschaftlern. Bevölkerungsdruck: Immer mehr Menschen hoffen, vom Tourismus zu profitieren, und ziehen ins Umfeld der Schutzgebiete. Menschen, die in der Nähe der Gorillas leben, sind häufig verärgert, wenn sie nicht oder nur wenig am Tourismus verdienen, und können dann die Schutzbemühungen behindern.
  Habituierung zu vieler Gorillas: Die Abhängigkeit der Länder vom Gorillatourismus steigt, und immer mehr Gorillagruppen werden habituiert.
  In den Nationalparks wird für Touristen-Einrichtungen Land verbraucht und Vegetation zerstört.